Oldie-Motorrad-Elektrik


Die Lichtanlage
...oder wie sich die elektrische Dunkelheit vermeiden läßt

Viel kann eigentlich nicht schiefgehen, wenn man beim Restaurieren auf ausreichende Kabelquerschnitte (vor allem bei den 6V-Anlagen) und gute Kontaktführung achtet. Aus elektrischer Sicht sollten Kabelenden oder Anschlüsse möglichst verlötet werden oder bei Verwendung von Steckverbindern diese mit dem Kabelende verlötet werden. Aber Vorsicht: keine aggressiven Reinigungs- oder Flußmittel zum Löten nehmen, sie zersetzen die Lötstelle mit der Zeit und verursachen schwer auffindbare Kontaktprobleme. Allerdings sind auch gut ausgeführte Quetschverbinder tauglich, wenn sie mit gutem Material und einer professionellen Quetschzange ausgeführt werden (von billiger Baumarktware, wo nur eine Hülse mit rundem Querschnitt oval zusammengedrückt wird, rate ich ab; solche Verbindungen sind oft Ursache von unerklärlichen Aussetzfehlern).

Es gibt viele Ursachen für Defekte

Bei Lötungen von Kabelenden an vibrationsgefährdeten Teilen (praktisch alles, was am Motor angeflanscht ist) läßt sich manchmal beobachten, daß das flüssige Lot sich sehr weit in die Kabelseele ziehen kann und dadurch Kabel und Stecker (oder Kabel am Bauteil) unnötig starr verbunden sind - dies kann dann zum Kabelbruch durch Vibrationen führen.
Sowas habe ich leider selbst erleben müssen: ein Kabel mit angelöteter Öse am Reglerschalter brach und legte die gesamte Lichtanlage lahm. Selbstverständlich passieren solche Defekte immer nachts bei strömendem Regen weit weg von der heimischen Werkstatt und die Taschenlampe steckte zu Hause brav im Ladegerät...

Für die Erzeugung der elektrischen Leistung für den Hauptscheinwerfer und das Rücklicht sind bei Schwunglicht-Magnetanlagen meist zwei, seltener drei Generatorspulen vorgesehen (siehe Bild 1), die eine Wechselspannung mit drehzahlabhängiger Frequenz (und leider auch Spannung) erzeugen. Die Amplitude dieser Wechselspannung hängt sehr stark von der Belastung durch die Verbraucher, nämlich vor allem Haupt- und Rücklichtbirnchen, ab. Wird z.B. ein Rücklichtbirnchen mit zu geringer Leistung eingesetzt, oder ist dieses gar durchgebrannt oder aus brennt aus anderen Gründen nicht parallel zur Hauptlichtbirne, kann diese durch zu hohe Spannung bei schneller Fahrt mit höheren Drehzahlen rasch durchbrennen. Auch der umgekehrte Fall kann eintreten, wird aber meist früher bemerkt.

Rücklichtbirnchen im 6-er Pack

Der Abblendschalter für den Hauptscheinwerfer kann ebenfalls Ursache für durchgebrannte Rücklichtbirnchen sein - er sollte so konstruiert sein, daß beim Umschalten von Fern- auf Abblendlicht (und umgekehrt) zuerst der zweite Glühfaden der Biluxbirne zugeschaltet und dann erst der erste abgeschaltet wird. Andernfalls bekommt das Rücklichtbirnchen kurzzeitig eine viel zu hohe Spannung was seine Lebensdauer stark verkürzt. Auf diese Tatsache stieß ich notgedrungen, nachdem ich wegen eines mysteriösen Kontaktfehlers im (originalen) Abblendschalter neue Rücklichtbirnchen im Sechserpack mitführen mußte (Osram hatte damit sicher kein Problem).

(...wird fortgesetzt).

Was bisher geschah:Zündanlage, Hier geht's weiter:Batterieladeeinrichtung
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