Oldie-Motorrad-Elektrik

Die Schwungrad-Magnet-Lichtzündanlage - eine kurze Einführung


Die Zündanlage - springt der Funke noch über?

Bei älteren Motorrädern, und um diese geht es uns auf dieser Seite, sind diese Zündlichtgeneratoren durch Vibrationen, starke Temperaturschwankungen und den Einfluß von Öl und Kraftstoffen oft arg in Mitleidenschaft gezogen. Eine gründliche Überholung i st in jedem Falle ratsam, wenn zuverlässige Funktion gewünscht wird.
Soweit noch erhältlich, sollten Sie ohne zu zögern den Zündkondensator und (bei älteren Anlagen) den Unterbrecherkontakt grundsätzlich gegen Neuteile ersetzen; damit spart man sich viele mögliche Fehlerquellen von vorne herein ein.
Auf Teilemärkten und im Kleinanzeigenteil der Zeitschrift Oldtimer-Markt werden solche Teile (Bosch, Doduco, Noris, etc.) immer noch in reichhaltiger Auswahl angeboten. Im Zweifelsfall zum Einkauf immer das Altteil als Muste r mitnehmen! Der Kondensator ist fast immer in die Trägerplatte eingepreßt. Beim Ersatz kommt es eigentlich nur auf die richtige Kapazität (meist 0,47 Mikrofarad) und ausreichende Spannungsfestigkeit an; hier gilt: paßt das Ersatzteil von der Größe und Kapazität her, kann es auch verwendet werden. Achten Sie beim Einpressen darauf, daß das Kondensatorgehäuse nicht beschädigt wird. Hilfreich ist eine Führungshülse, die die Kraft über den Gehäuserand verteilt; manchmal kann man hierfür eine Stecknuß aus dem Werkzeugkasten verwenden.
Bei älteren Konstruktionen (bis ca. Mitte der 60er Jahre) liegt die Zündspule praktisch immer unter dem Schwungrad und ist mit der Grundplatte verschraubt. Diese Spulen können bei Defekt durch Alterung oder Kurzschluß neu gewickelt werden (Adressen siehe oben). Bei späteren Konstruktionen findet sich die eigentliche Zündspule von der Generatorspule getrennt außerhalb des Motorgehäuses und ist dadurch weniger stark durch Hitze und Vibrationen beeinträchtigt (z. B. Hercules Military 125). Reparatur ist hier aber schwieriger, da diese Spulen meist mit Kunstharz oder Plastik vergossen sind.
Gehen wir nun davon aus, daß alle Teile gereinigt, geprüft und für gut befunden wurden, so folgt als Nächstes der Zusammenbau und die Justierung der Zündanlage. Eingestellt werden müssen:

die eng miteinander zusammenhängen.

Alles Einstellungssache

Beim Zusammenbau der Zünd-/Lichtanlage müssen natürlich Zündzeitpunkt und Unterbrecher-Kontaktabstand neu eingestellt werden. Ist die Grundplatte (auf der Zünd- und Lichtanker befestigt sind) verstellt oder demontiert gewesen und sind keine Einstellmarken mehr sichtbar, so muß man jedoch das sogenannte Polschuh-Abrißmaß zuerst justieren. Dazu wird das Schwungrad in Motorlaufrichtung soweit gedreht, bis die Marke für den Zündzeitpunkt exakt mit der Markierung am Gehäuse fluchtet. Dann wird die Grundplatte in ihren Langlöchern verdreht, bis der in Bild 2 dargestellte Wert (A=Abrißmaß) den vorgeschriebenen Wert erreicht.

AbrißmaßBild 2: Das Abrißmaß wird eingestellt.

Die entsprechenden Einstellwerte für einige, in den 50er Jahren gängige Anlagen können Sie der nachfolgenden Tabelle entnehmen.

Abrißmaße für gängige Anlagen
Hersteller Typ Abrißmaß
Bosch LM/UT 1/142/27
1/142/30
1/154/30
1/154/45
7,5 - 11 mm
Noris ULZu 1/143/18
1/143/36
4 - 7 mm
Siba alle 10 - 12 mm
Tabelle 1: Abrißmaße für gängige Magnetzünder

Anschließend wird der korrekte Zündzeitpunkt mit Hilfe des Unterbrecherkontaktes eingestellt. Meist ist vom Hersteller ein Wert für den maximalen Kontaktabstand der Unterbrecherkontakte bei Öffnung angegeben (diese Werte liegen normalerweise zwischen 0,3 und 0,5 mm). Nach der Einstellung des Wertes mit Hilfe einer Fühlerlehre wird die Unterbrecher-Grundplatte festgezogen und der Zündzeitpunkt kontrolliert. Beim Drehen des Schwungrades in Motorlaufrichtung müssen sich die Kontakte gerade zu öffnen beginnen, wenn die Marke für den Zündzeitpunkt die Gehäusemearke passiert. Ist eine erneute Korrektur notwendig, kann diese durch Verstellen des Kontaktabstandes innerhalb der angegebenen Toleranzen erfolgen. Genügt das nicht, muß erneut die Grundplatte und damit auch das Abrißmaß innerhalb der zulässigen Toleranz verstellt werden.

Der Zusammenhang der vorgenannten Größen ist konstruktiv festgelegt; sollte sich wider Erwarten einmal keine passende Einstellung finden lassen, dann ist möglicherweise an Kurbelwelle, Schwungrad, oder Grundplatte bereits manipuliert worden. Oft ist jedoch in solchen Fällen nur der Unterbrecherkontakt verbogen, das Gleitstück zu stark verschlissen oder die Kontakte sind zu weit erodiert bzw. nachgefeilt worden. Dieser muß dann in jedem Fall erneuert werden.
Sollten Sie feststellen, daß nach Durchführung aller oben angegebenen Einstellungen trotz Allem die Zündleistung zu schwach bzw. die Zündspannung zu niedrig ist, könnte auch die Feldstärke der Magnetsegmente im Schwungrad durch Alterung nachgelassen haben (kein Wunder, wenn das Motorrad schon 40 oder mehr Jahre auf dem Buckel hat).
Das Prüfen und ggfs. Aufmagnetisieren der ermüdeten Magnetpole ist für Fachbetriebe mit den richtigen Maschinen kein Problem, Adressen finden Sie in der Zeitschrift Oldtimer-Markt .

Hier geht's weiter:Wechselstromgenerator für die Beleuchtung, Batterieladeeinrichtung
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